19. Tag: Entering Tsunami Hazard Zone

Sinnvolle Hinweisschilder

Sinnvolle Hinweisschilder

Heute schien die Welt unterzugehen und mitdazu unser Camper… Seit 3 Uhr nachts regnete und stürmte es ununterbrochen und als wir aufwachten, war rechts und links von uns nur Wasser. Doch für unseren Harley Davidson Panzer mit 4-Rad-Antrieb kein Problem da raus zu fahren. Wir flüchteten in das 30 km weiter liegende Surfermekka Tofino, in der Hoffnung, dass das Wetter dort etwas besser sei. Leider auch nicht wesentlich. Zwar hörte es kurzzeitig mal auf zu regnen, aber es hatte weiterhin kühle 10 Grad. Doch auch dies sollte uns von unseren heutigen Plänen nicht abhalten. Mit einem Luftkissenboot düsten wir hinaus aufs offene Meer zum Whale Watching. Im Slalom passierten wir zügig die umliegenden Inselchen und schanzten auf den zum Teil 5 Meter hohen Wellen. Bis dahin war die Bootsfahrt noch super spaßig ähnlich nur tausend mal besser als Wildwasserfahren aufm Wasen. Bis zum ersten Stopp, an dem wir schwimmende Seeotter auf offener Meer beobachten sollten. Einen hab ich noch in der Ferne wahrgenommen und dann lernte ich den Begriff “seekrank” persönlich kennen. Jedesmal wenn wir zum Beobachten von irgendwelchen Tieren stehen blieben, wurde es zur reinsten Tortour für mich. Schwindel, Hitzewallungen, Übelkeit, Kribbeln in den Armen… Am Höhepunkt unserer Ausfahrt, genau in dem Moment als unser Guide rief “Watch out in front of you, guys! There is a big whale coming out of the water.” konnte ich meinen Magensaft nicht mehr bei mir behalten und beugte mich notgedrungen über die Reling… Und so hing ich da mehrere Minuten -schepps in der Kurve- während um mich rum alle begeisternd irgendwelche Walflossen verfolgten. Doch das Glück, auch wenn es mir körperlich nicht so gut ging, sollte dennoch mit mir sein. Während ich so über der Rehling hing, tauchte doch tatsächlich etwas Schwarzes, Aalglattes für einen kurzen Moment wenige Meter neben unserem Boot auf. Aber so richtig freuen konnte ich mich leider nicht darüber. Ich war nur froh, als wir nach mehr als 2 Stunden endlich wieder festen Boden unter den Füssen hatten. Dem Jensi war zwar nicht schlecht, aber er hat auch nicht wirklich einen Wal zu Gesicht bekommen. Ist auch gar nicht so einfach auftauchende Wale von so tosenden Wellen voneinander zu unterscheiden. Deshalb bekamen wir auch das Angebot, morgen nochmals mit der Agentur rauszufahren, was ich aber dankend ablenhte. Nach einer kurzen Genesungspause für mich und meinen geschundenen Körper ging es dann zurück an die Ostküste, wo wir unsere letzte Nacht auf der Insel verbringen sollten. Morgen geht es nämlich schon wieder zurück nach Vancouver und auch schon sehr bald nach Hause, ihr Lieben.

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