Aus dem kalten und völlig verregneten Festland wollten wir heute auf das schöne und hoffentlich sonnige Vancouver Island flüchten. Es blieben nur noch 220 km und ein Toilettengang zu bewältigen. Letzterer gestaltete sich aber für Jens als richtige Herausforderung. Beim ersten Versuch lief das Klo schon über. Beim zweiten Versuch heimlich auf die Damentoilette zu gehen, kam just in diesem Moment der Park-Ranger. Also einmal quer um den Camping ans andere Ende, dort waren aber beide Toiletten besetzt. Am Rande der Verzweifelung schliech sich Jensi dann doch nochmal aufs Damenklo und konnte diesmal erfolgreich sowie ohne irgendwelche Ranger oder pöbelnde Omis sein Geschäft verrichten. Nun konnte die Reise der letzten Kilometer auf dem Festlang losgehen. Pünktlich mit Abfahrt fing es mal wieder zu regnen an. Von unseren auf der Strecke liegenden und vom Reiseführer mit Sternchen versehenen Attraktivitäten sahen wir deshalb leider nicht viel. Das eine war ein Ausguck oben aufm Berg (wegen Wolken verhangenen Bergen jedoch ohne Rundumsicht, nur 4°C a….kalt) und das andere war Hope-Slide, wo vor vielen Jahren ein Erdrutsch einige Menschen und Autos vergrub (von 80m sahen wir maximal 3m weit).
Als wir bei der Fähre ankamen, wars tatsächlich so, dass der Himmel aufriss und uns mit warmen Sonnestrahlen verwöhnte. Knapp 1 1/2 Stunden schipperten wir durch kanadische und vermutlich (il)legal durch amerikanische Gewässer vorbei an vielen hübschen kleinen Inseln.

Auch auf den Inseln gibts Wald
Tagesetappenziel war heute Vancouver Island`s Hauptstadt Victoria. Wir fanden einen idyllischen Camping ziemlich zentral am gegenüberliegenden Hafenufer (mit Internet!) und machten uns in den frischen Abendstunden noch auf nach Downtown zum Sightseeing. Während Jens und ich wegen der steifen Brise recht dick angezogen waren (Longsleeve, Fleecepulli, Jacke und Mütze!), war für die Kanucks der Sommer ausgebrochen (kurze Hose, T-shirt, Flip-Flops). Crazy, crazy, total verrückt! Gemütlich schlenderten wir durch dieses wunderhübsche Städtchen, sahen am Meeresufer den Möwen und einen traumhaft schönen Sonnenuntergang nach, flanierten durch die kleine Fussgängerzone und überlegten uns beim Spazierengehen durchs Villenviertel, welche von den alten Herrenvillen aus dem 19. Jahrhundert denn am besten zu uns passen würde. Doch, muss man schon sagen. Hier würde es sich echt gut für ein paar Jährchen leben lassen…

romatic sunset on the beachside